INFORMATIONS
MUSEE "LA PISCINE" 59100 ROUBAIX LES EXPOS DE L’AUTOMNE - HIVER 2012
==============================
|
MUSEE DU "MONT DE PIETE" 59380 BERGUES
============================== |
KUNSTMUSEUM DES KANTON THURGAU KARTAUSE ITTINGEN
12. Januar 2012 bis 22. April 2012
KONSTELLATION 4
Vom Können in der Kunst
Dietrich, Herzog, Haffter, Roesch, Wehrlin ....
![]() Haffter Martha: Akt |
Die Vorstellungen von Kunst und Handwerk berühren sich an verschiedenen Stellen. Bis weit ins 20. Jahrhundert hinein war das handwerkliche Beherrschen der technischen Mitteln der Malerei und der Bildhauerei unabdingbare Voraussetzung für eine erfolgreiche künstlerische Karriere. Das genaue Hinsehen und die realitätsnahe Wiedergabe der Wirklichkeit wurden in den Akademien bis zum Überdruss geübt. Der Körper in seiner Vielfalt an Positionen, das Gesicht mit seinen zahllosen Ausdrucksvariationen aber auch die Präsenz einfacher Objekte in Licht und Raum wurden so lange immer wieder gezeichnet, bis das Gesehene mit schlafwandlerischer Sicherheit wiedergegeben werden konnte. |
![]() ![]() August Herzog: Anathomische Studie 1907, Bleistift auf Papier |
In der Sammlung des Kunstmuseums Thurgau finden sich erstaunliche Zeugnisse dieses praktischen Lernens mit dem Stift. Von Adolf Dietrich hat sich eine Reihe von frühen Zeichnungen erhalten, die der Schüler auf Anweisung seines Volksschullehrers erstellte, um seine zeichnerischen Fähigkeiten zu schulen. Vom Ermatinger Maler August Herzog oder von der Frauenfelderin Martha Haffter gibt es eine Vielzahl akademischer Studien, die während den Aufenthalten an den Akademien von München und Paris entstanden sind. Diese Zeichnungen von nackten Männern und Frauen bilden gleichsam den unsichtbaren Grundstock des Schaffens dieser Künstler, die im Thurgau vor allem durch ihre spätimpressionistischen Landschaften oder aber durch idyllische Genreszenen bekannt geworden sind. Die hunderten von Zeichnungen bildeten die handwerkliche Basis für die künstlerische Arbeit der Maler. |
![]() Carl Roesch: Werbepostkarte mit Till Eulenspiegelmotiv um 1900 |
Ganz handfest wird die Kunst da, wo Künstlerinnen und Künstler ihre Fähigkeiten nutzen, um ausserhalb oder am Rande ihrer Kunst ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Ernst Emil Schlatter und Carl Roesch verdienten gutes Geld mit der Gestaltung von Plakaten oder Postkarten. Sie finanzierten ihre Ausbildung und ihren Karrierestart, indem sie ihre handwerklichen Fähigkeiten als Bildermacher in den Dienst der Werbung oder der Gestaltung von Gebrauchsgegenständen stellten. Auch Ernst Kreidolf produzierte während seiner Akademiejahre in München Steckbriefe nach Fotovorlagen, damit er überhaupt etwas zu essen hatte. |
![]() Robert Wehrlin: Studie zu "La mort de mon ami", um 1939, Tusche und Bleistift auf Papier |
Dass das „Handwerk des Künstlers“ auch ganz anders verstanden werden kann, wird in der Ausstellung anhand einer aussergewöhnlichen Werkgruppe von Robert Wehrlin aufgezeigt. Für die Herstellung des Bildes „la mort de mon ami“ aus dem Jahre 1939 zeichnete der in Paris lebende Thurgauer dutzende von vorbereitenden Skizzen. Akribisch erprobte er mit Bleistift und Tinte die Möglichkeiten unterschiedlicher Bildanlagen. Später gestaltete er dann noch eine Serie von Lithografien mit dem gleichen Motiv. Anhand der Zeichnungen und grafischen Blättern kann modellhaft nachvollzogen werden, wie ein Künstler sein Motiv entwickelt und wie er es wie ein Handwerker weiterverarbeitet. |
THURGAUER ZEITUNG: Regionalkultur 16/01/2012 In «Konstellation 4» zeigt das Kunstmuseum Thurgau Zeichnungen und grafische Werke. WARTH. Seit 2009 holt das Kunstmuseum Thurgau jedes Jahr zum Teil unbekannte Werke aus dem Depot, die in einer neuen Zusammenstellung unbekannte Perspektiven auf bestimme Künstler oder Themen erlauben. Jetzt ist die vierte dieser Werkschauen eröffnet, die vor allem Thurgauer Künstler zeigt, die in den ersten 60 Jahren des 20. Jahrhunderts ihre Entfaltung hatten. Diese «Konstellation 4» soll auch dazu beitragen, in das Jahresthema 2012 des Kunst- und des Ittingermuseums einzuführen: Das Handwerk und dessen Bedeutung für die Kunst. Aktzeichnen Pflichtfach Die interessanteste Neuentdeckung ist Robert Wehrlin (1903– 1964), von dem eine ansehnliche Sammlung im Kunstmuseum vorhanden ist. Bekannter ist er in Winterthur, wo er aufgewachsen ist und zur Künstlergruppe gehörte, aber auch in Paris, wo er sich von 1924 an immer wieder aufhielt. Die einzig grössere Ausstellung im Thurgau hat der Kunstverein Frauenfeld 1983 veranstaltet; sie beinhaltete sein grafisches Werk. Im Kunstmuseum steht jetzt das Ölbild «La mort d'un ami» im Mittelpunkt, wofür der Künstler unzählige Skizzen anfertigte, um dieses schwierige Thema zu fassen, wie auch eine grafische Serie. Konstellation 4. Vom Können in der Kunst: Kartause Ittingen. Mo–Fr 14–17, Sa/So 11–17 Uhr; bis 22.4. |
Article paru dans le "LANDBOTE" de Winterthur (Suisse) le jeudi 3 mai 2007
Wandbilder auf Wanderschaft
von Gerhard Piniel

Décorations
murales aux usines SULZER de Winterthur 1961
Travail et Temps libre - Arbeit und Freizeit
4 x 27 m
Tranquillité
et Mouvement - Ruhe und Bewegung
3,2 x 24 m
Zwei künstlerisch
wertvolle Wandbilder von Robert Wehrlin sind aus dem Wohlfahrtshaus
gerettet worden. Sie suchen eine neue Bleibe.
|